Autor Thema: 1 Jahr lang Martyrium...  (Gelesen 4936 mal)

Offline dobifan

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1 Jahr lang Martyrium...
« am: April 08, 2013, 09:24 »
Hallo! Ich bin neu hier und möchte euch gerne meinen Leidensweg von 1 Jahr erzählen. Nicht böse sein, wenn es länger wird. Ich bin 43 Jahre alt und weiblich, vor genau einem Jahr (ich erinnere mich noch so genau an das Datum weil es der Ostermontag war) bekam ich einen schrecklichen Juckanfall am ganzen Körper in der Nacht. Ich musste kratzen und kratzen...

So fing mein Leidensweg an.....

Jede Nacht das gleiche "Spielchen" so gegen 2 bis 3 in der Früh.  Am ganzen Körper rote Striemen, teilweise habe ich mich blutig gekratzt.

Erster Weg zum Hautarzt. Der blickte nicht mal auf meine Haut und meinte nur, psychisch bedingt, gab mir Kortisonsalbe und Antihistaminika. Ich muss aber auch feststellen, dass ich damals ziemlich viel Stress hatte...leider hat beides nicht wirklich geholfen, und ich lehnte es ab meinen ganzen Körper mit Kortison zu beschmieren...mit den AH´s wurde es ein bißchen leichter, aber vermutlich hatte ich zu wenige genommen.

Dann die Phase wo ich es mit Hilfe einer Ärztin mit Homöopathie versuchte, kein Erfolg. Dazwischen natürlich sämtliche Waschmittel umgestellt, mögliche Allergieauslöser gesucht, usw...dutzende Pflegelotion und Bäder und Duschgels probiert...keine Besserung, im Gegenteil es wurde noch Schlimmer und trat jetzt auch schon tagsüber auf.

Blutbild beim Hausarzt machen lassen, der meinte es wäre keine Allergie, da die eosinophilen Granulozyten nicht erhöht seien. Blutbild soweit unauffällig bis auf leicht erhöhte Leberwerte (ich nehme seit Jahren nach einem Verkehrsunfall Schmerzmittel gegen meine Schmerzen und auch AD damit ich mit den Schmerzen besser umgehen kann).

Ãœberweisung in die Dermatologie Rudolfstiftung...dort schickte man mich ins SMZ - OST auf die Dermatologie, da sie einen akuten Ärztemangel auf der Dermatologie hatten.  SMZ - OST - Diagnose, ich vertrage die Medikamente nicht welche ich nehme, bzw dürfte ich diese Medikamente gar nicht nehmen, da sie nicht zusammenpassen und Blutungen auslösen können. (Zu dem massiven Juckreiz sind dann auch auf einmal aus heiterem Himmel riesige blaue Flecken am Körper aufgetaucht, ohne äußerer Einwirkung!). Zusätzlich geschwollene Finger, schmerzende Gelenke)

Also Diclovit abgesetzt, Citalopram auslaufen lassen...nochmaliges Blutbild, kein Verdacht auf Allergie....Juckreiz ist geblieben.

Dann war ich mal so schlau und habe meine Haut fotografiert bei so einem Juckreiz und  erst als ich die Fotos dann den Ärzten vorlegte, hatte ich das Gefühl endlich ernstgenommen zu werden.

Nächster Weg war zum Neurologen. Die meinte stressbedingtes Jucken, so wie auch meine Arbeitsmedizinerin, das meinte...neuropsychologisches Gutachten wurde erstellt. Ergebnis, Stress und noch immer vorhandenes Posttraumatisches Belastungssyndrom vom Verkehrsunfall vor 8 Jahren - ich war damals im Fahrzeug eingeklemmt, nachdem mir jemand frontal ins Auto reingefahren war, und hatte starke Verletzungen an den Füßen.

Juckreiz wird immer ärger, noch einmal zum Hausarzt, Überweisung ins FAZ Floridsdorf. Verdacht Allergie. Allergieaustestung - alles negativ.

Blutwertergebnis: Histamin 33, DAO 14 - Histaminintoleranz

Ich muss mich jetzt 14 Tage histaminfrei ernähren und dann noch einmal testen kommen.

So....ich frage mich, warum ich 1 Jahr leiden musste, bevor jemand endlich die richtige Diagnose stellte. Ich bin mir schon wie ein geisteskranker Hypochonder vorgekommen, war depressiv, wusste nicht was mit mir los war usw...ich dachte schon ich werde verrückt...und meine Umgebung litt genauso unter meinen Stimmungsschwankungen mit.

Jetzt weiß ich aber endlich dass ich nicht verrückt bin, und es für meinen unsäglichen Juckreiz eine Erklärung gibt.

Und ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben.

Ich finde meine Werte eigentlich auch nicht so extrem, habe aber diesbezüglich null Erfahrungen wie die bei anderen aussehen.

So das war´s jetzt mal fürs Erste.

lg
Sigi

Offline jacky

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #1 am: April 09, 2013, 07:29 »
Hallo liebe sigi  :winke:

Na Bravo ..da hast einiges hinter dir...hast du die blauen Flecken noch immer ? Die können auch wenn ein Eisenmangel besteht kommen...

Wie geht's es dir jetzt mit der Diät ?

Offline Steirergirl

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #2 am: April 11, 2013, 18:17 »
Hi!

Puh! Da hast du einen argen Leidensweg hinter dir. Ich freue mich für dich, dass nun endlich die richtige Diagnose gefunden worden ist. Wie geht es dir jetzt?
Fällt dir die Diät schwer?

Ich verstehe deine Werte nicht ganz! Ich habe Histamin: 2.11 und DAO: 3,6
Das sind sehr sehr schlechte Werte. Kann also deine nicht ganz deuten?

Ich kenne das, wenn die ganze Welt einen für dumm hält. Bei mir war das mein ganzes Leben lang so. Ich hatte immer Verdauungsprobleme (mal Verstopfung, dann Durchfall) und stets extremes Bauchweh mit Blähbauch (den hatte ich eigentlich fast immer, war für mich schon normal). Niemand hat mir geglaubt, da laut Blut immer alles ok war, keine Allergien und so. Es wurde immer gesagt, das ich mich wahrscheinlich vor der Schule drücken will oder Schulangst habe. Das stimmt aber nicht. Da mir sowieso niemand glaubte und jeder nur mit mir schimpfte, wenn ich meine Empfindungen aussprach, zog ich mich zurück und redete mir gar niemanden mehr darüber. Als mir mit 20 dann gesagt wurde, dass ich vererbte Hit und Lactoseintoleranz habe war ich so froh und erleichtert. Ich war direkt Schadenfroh, dass ich es allen sagen konnte, dass sie unrecht hatten und mir besser glauben hätten sollen. Diese Zeit hat einige Beziehungen gekappt, da ich mich von einigen Menschen abgewendet habe und die wollten sich dann entschuldigen oder so als sie von meinen Unverträglichkeiten erfuhren.
Ist echt kein gutes Gefühl, wenn man aufwächst in dem Glauben niemand ist für mich da, niemand nimmt mich ernst, ich kann meine Empfindungen erzählen und werde ernst genommen, usw.
Deshalb habe ich mich auch so gefreut über die Diagnosen. Heute, 6 Jahre nach der Diagnose bin ich zwar nicht mehr so erfreut, aber ich lebe ganz gut damit. Ich muss mir nur immer wieder vor Augen halten, wie gut es mir jetzt geht, dann fällt mir das Verzichten auch nicht so schwer.

Wenn du einen Rat oder so brauchst, bitte melde dich!

Lg Steirergirl

Offline dobifan

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #3 am: April 12, 2013, 06:52 »
Danke für eure Antworten.
@Steirergirl, ich stell morgen die Einheiten zu  meinen Werte dazu, das ist wohl von Labor zu Labor verschieden...

Ich versuche mich jetzt seit einige Tagen histaminarm zu ernähren, Juckreiz ist eigentlich komplett weg, aber diese Flushs habe ich nach wie vor im Gesicht und am Hals und geschwollen Finger kommen auch noch dazu...und natürlich diese fürchterliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit...

Muss allerdings dazu sagen, dass ich derzeit wirklich Stress und Frust in der Arbeit habe und jedes Aufstehen in der Früh gestaltet sich extrem schwierig. :-s

Am Montag hab ich Termin mit meinem Hausarzt zur Befundbesprechung...mal sehen.

Schönes Wochenende

Sigi

Offline Steirergirl

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #4 am: April 17, 2013, 18:46 »
Hi Sigi!

Wie war die Befundbesprechung? Was sagt dein Hausarzt zu den Werten und so?

Freut mich für dich, dass die Symptome weniger geworden sind. Ich kenne das mit der Müdiglkeit und Antriebslosigkeit auch. Ich habe das mit Vemma in den Griff bekommen. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch seit ich das täglich trinke. Ich brauche weniger schlaf und dieser ist Qualitativ hochwertiger. Ich habe auch viel mehr motivation. Meine depressive Verstimmung ist weg und was sehr sehr positiv ist, ist das mir nicht mehr immer so kalt ist und mir wird auch schneller warm, wenn mir mal kalt ist. Ich trage nun durchschnittlich nur mehr eine Schicht mehr als der rest der Welt  :chrix:            :schnee:             Das ist wirklich toll für mich!!!

LG Steirergirl

Offline dobifan

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #5 am: April 19, 2013, 09:27 »
Hallo Steirergirl!

Denke mal mein Hausarzt hat nicht wirklich viel Ahnung davon...also ich mach jetzt mal dieses histaminarme Essen und dann muss ich sowieso nochmal ins FAZ zur Kontrolle, dann weiß ich hoffentlich mehr....

lg
Sigi

Offline dobifan

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #6 am: April 21, 2013, 07:23 »
Ich möchte jetzt auch gerne mit Vemma beginnen.
Meine Frage: Wo bestellt ihr es, und vor allem wie schmeckt es???? Bin nämlich bei Geschmack wenn es künstlich schmeckt ziemlich sensibel...


lg
Sigi

Offline jacky

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #7 am: April 22, 2013, 08:29 »
vemma bekommst meistens online..oder durch wen der es schon hat... ich hab es mal gekostet und mir hat es geschmeckt...

Offline Steirergirl

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #8 am: Mai 01, 2013, 17:55 »
Hallo!

Ich beziehe Vemma von einer Vertriebspartnerin, da kostet es 73€. Man bekommt es auch in der Apotheke. Leiderr kostet es dort mehr als 80€ und die wollen es einem eigentlich immer ausreden. Ich könnte eventuell über meine Vertriebspartnerin etwas für dich arrangieren. Melde dich, wenn du das möchtest.

Bei mir war das mit dem Hausarzt auch so. Der hatte auch keine Ahnung davon. Gott sei Dank war er so ehrlich und sagte es mir. Er hat sich dann in die Materie eingelesen und andere Ärzte mit Erfahrung kontaktiert und so einiges für mich in Erfahrung gebaracht. Er empfohl mir dann zwei Bücher (eines mit Theorie über HIT und ein Kochbuch). Die haben mir auch sehr geholfen. Habe schon viele Rezepte und Tipps ausprobiert.

Alles gute und Kopf hoch!!! Denk immer dran: DU BIST NICHT ALLEINE!!! Das hat mir immer gut geholfen, wenn ich mal etwas verzweifelt war. Zu wissen andere Leben sehr gut damit, ist ein kleines Trostpflaster. Und auch, dass es mach anderen noch schlechter geht. Klingt zwar blöd, aber geteiltes Leid ist halbes Leid!

LG Steirergirl

Offline sandra

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Antw:1 Jahr lang Martyrium...
« Antwort #9 am: Juni 14, 2013, 10:36 »
ja leider ist das so in der schulmedizin...wenn sie nicht gleich wissen, was du hast, ist es zuerst mal psychisch.

kann es sein, dass du unterbewusst mit deinem unfall noch nicht klar kommst und das deine beschwerden auslöst?

wie gehts dir jetzt...sind alle beschwerden mit der histaminarmen diät weg?

falls nicht, könnte es an deinen medikamenten liegen - sind die bei HIT geeignet? das müsste man abklären.

ich persönlich habe sehr gute erfahrungen mit alternativen heilmethoden gemacht. mir konnte kein mediziner mehr helfen, da hab ich mir andere alternativen gesucht!