Habe die "Kuhrtyseite" schon vor längerem entdeckt und mich heute endlich entschlossen, im Forum anzumelden. Mein Name ist Michaela, ich werde Ende November 28 Jahre alt und ja, ich bin schwer laktoseintolerant.
Nun zu meiner Leidensgeschichte: Von klein auf war ich mal mehr mal weniger mit Durchfall gesegnet. Im
Juni 1997 wurde ich erstmalig auf Histamin positiv gestestet. Die Empfehlung der Ärzte, strikte Diät und die Einnahme des Medikaments Avil Retard, hielt ich exakt ein. Die Symptome besserten sich, jedoch wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm war.
Im
Jänner 1998 folgte dann meine erste Colonoskopie mit Entnahme von Gewebeproben. Die Untersuchung musste vorzeitig wegen sehr starker Schmerzen abgebrochen werden. Die Diagnose des histologischen Befundes war: Katarrhalisch regenerierende Dickdarmschleimhaut nach rezentem Entzündungsschub.
Nach einem Snowboardurlaub im
Jahr 2000 suchte ich wegen starker Schmerzen im rechten Knie einen Spezialisten auf. Dieser teilte mir mit, dass ich einen schweren Knorpelschaden hätte und dies mit dem Darm in Verbindung stände. Zum damaligen Zeitpunkt dachte ich nur der würde nicht richtig ticken, jedoch wurde ich eines Besseren belehrt.
Nachdem die Durchfälle meiner Meinung nach ihren Höhepunkt erreicht hatten und ich jedes U-Bahn Klo in Wien kannte und auch nicht mehr aus dem Haus gehen wollte, suchte ich mit letzter Kraft & Hoffnung
Anfang 2001 die Gastroenterlogie u. Hepatologie des AKH auf. Es folgten eine unauffällige Magenspiegelung, eine wieder, wegen starker Schmerzen abgebrochene Darmspiegelung, welche wiederum Entzündungen ergab und ein Laktose- & Fruktosetest. Fruktose ergab glücklicherweise nichts, dafür habe ich aber bei der Laktose voll zugeschlagen. Alleine mein Ausgangswert beim H2-Atemtest lag schon bei 24 - nach ca. 15 Minuten war der Test beendet und mein Wert weit über 200. Fragt lieber nicht wie die Heimfahrt war. Ich habe drei Stunden und unzählige Toiletten nach Hause gebraucht. Ich dachte bei jedem Mal, dass es sich bis auf's Klo nicht mehr ausgehen würde. O Gott, wie ich diese Situationen hasse. Zu meiner schlechtesten Zeit hatte ich bei einer Körpergröße von 1,64 nur noch 43kg.
Da standen wir nun, mit einer schweren, angeborenen Laktoseintoleranz und Null Ahnung. Ich habe dann im AKH noch eine Ernährngsberaterin in Anspruch genommen. Diese Dame hatte ungefähr das vierfache Gewicht von mir und meinte, dass ich die Lebensmittel ruhig weiter essen könne. Die Ärzte rieten mir jedoch zu einer laktosefreien Nahrungsaufnahme. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass mich die gute Dame genau einmal gesehen hat.
Meine Mama in den darauffolgenden Tagen in die Buchhandlung und alles über LI gekauft und auf einmal fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Wir waren wirklich erschüttert in wievielen Lebensmitteln Laktose von der Industrie als Füll- bzw. Zusatzstoff, ohne Angabe auf der Verpackung, verwendet wird. Total verzweifelt haben wir den Kampf gegen die Laktose aufgenommen. Wir haben Großkonzern, Milchproduzenten und viele andere kontaktiert und um Listen laktosefreier Produkte gebeten. Viele haben geschickt, andere fanden es oftmals nicht der Mühe wert.
Aufgrund dieser Diagnose entschloss ich mich im
Juni 2001 zu meiner ersten Knochendichtemessung. Diese ergab das, was mir bei meiner Knieuntersuchung ein Jahr zuvor prophezeit wurde, nämlich Osteopenie. Hier schloss sich dann der Kreis.
Ein Jahr ganz laktosefrei konnte sich mein Darm erstmals in seinem Leben wirklich erholen und ich versuchte an laktosefreie Kalziumtabletten heranzukommen, was sich nicht gerade als einfach herausstellte.
Vieles war zu dieser Zeit schwer. Wir fuhren sogar für eine Jahresration "laktosefreie" Milch (40 Liter) nach Deutschland und luden uns den Kofferraum voll, damit wir zumindest ein wenig mit Milch kochen konnten. Damals war die Milch noch bräunlich und bei weitem nicht mit der Heutigen zu vergleichen. Die Milch wurde von uns eingefroren und bei Bedarf verwendet. Schließlich musste ich damit ein Jahr auskommen.
6 Jahre später kämpfe ich auch noch mit Ängsten, Schmerzen & Durchfällen, sowie oftmals im morgendlichen Verkehr mit dem Abfahren und Klosuchen von der Tangente.

Aber Euch brauch ich ja nichts erzählen ... ihr kennt das ja alle.
Und so

gehts mir auch ganz oft, wenn meine bessere Hälfte wiedermal auf selbigem sitz und Zeitung liest. Da könnte ich :a065:.