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Autor Thema: Hallo, gibt es hier noch jemand der mit der chronischen Verlaufsform der HIT leb  (Gelesen 1116 mal)
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federl
baby kuhrty
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« am: Januar 20, 2011, 17:50 »

Hier mein Verlauf:

Als Kind litt ich permanent unter Bauch- Hals- und Ohrenschmerzen und
musste mich bei längeren Autofahrten übergeben.
Diagnose: Gastritis. Mandeln entfernen.

Mit 17 kamen Kopfschmerzen, Konzentratiosstörungen und Kieferhöhlenzysten dazu.
Therapie: Radikale Zystenentfernung nach Caldwell-Lück
Konsequenz: Jahrelange Nachbehandlung mit Antibiotika,
chronische Bindehautentündung und Kieferhölenentzündung

Mit 20 kamen Depressionen dazu
Diagnose: Erblich belastet, Antidepressiva und Lithium.
Konsequenz: Nach zwei Jahren konnte ich die Medikamente nicht mehr
schlucken, sie würgten sich jedesmal wieder hoch

Mit 26 begannen Schlafstörungen und Hautjucken sowie Gelenksschmerzen

Mit 35 kamen Muskelsteifheit/Müdigkeit dazu
Diagnose: Depression
Therapie: sämtliche AD Klassen ergaben - jahrelang! - nur Verschlechterung der Symptomatik

Mit 43 erster Aufenthalt in der Hautklinik. Keine Allergie.
Nur erhöhtes Gesamt IGE, mir wurde gesagt dass das nur heisst dass mein
Immunsystem sehr gut funktioniert.
Diagnose: Cholinerge Urtikaria, dann Atopische Diathese, dann Pruritus
sine Materiae

Mit 46 chronischer Erschöpfugszustand, Schlaf und Haut gestört, wieder
Antidepressiva und Esuco (Neuroleptikum)
Konsequenz: Ein "Parkinsonoid" wurde ein Jahr lang mit Jumex behandelt

Es folgten unzählige Diäten und "alternative" Behandlungsversuche (Akkupunktur, Homöopathie,
Geistheilung, Naturheilkunde) ohne Erfolg

Mit 54 Pensionierung wegen Arbeitsunfähigkeit ( ich war klinischer und
Gesundheits- Psychologe, Psychotherapeut, Supervisor)

Mit 56 Eine konsequente Panchakarma Ayurvedakur in Indien brachte eine weitere Verschlimmerung

Mit 57 Eine 9 wöchige TCM und tibetische Kräutermedizinbehandlung einer
3-fach qualifizierten tibetischen Fachärztin brachte die totale Krise

Es folgten Untersuchungen auf Parasiten, Porphyrie...o.B
Konsequenz:
Stationäre Aufnahme auf der psychosomatischen Station.
Obwohl ich darauf hinwies dass ich möglicherweise histaminintolerant bin und Psychopharmaka nicht vertrage bekam ich das volle Sortiment und die
Diagnose: Somatoforme Störung.
Konsequenz: Notfallaufnahme auf der Hautklinik
Diagnose: Medikamentenallergie

Seither: UVB 311nm Lichttherapie bei unerträglichem Juckreiz 2mal jährlich

Mit 58: Eine Alternativ-Allergologin stellt Histaminintoleranz fest sowie Belastung durch Eppstein-Barr Viren und Chlamydien
Therapie: 2 Jahre Mikroimmuntherapie - ohne Erfolg

Mit 6o: Nach einer Harnverhaltung erfolgt eine Durchuntersuchung (o.B.)
ein Chirurg stellt eine Hiatushernie fest und rät zur Funduplikation.
Weitere Untersuchungen ergeben dass das letzte Drittel der Speiseröhre
disfunktional ist, der Schliessmuskel aber intakt. Die eingeleitete
Protonenpumpenhemmertherapie bringt einen Dauerhustenreiz und Verdacht
auf Asthma, beim Histamin-Provokationstest des Lungenarztes erlebe ich
dann die schlimmste Krise bisher, sie dauert 7 Tage.

Diagnose: Hyperreagibles Bronchialsystem

Weitere Untersuchungen (Immunologie, Endokrinologie, Gastrologie,
Pulmonologie Primar Wurzinger) erhärten die
Diagnose: Histaminintoleranz

Ich halte Diät, nehme DAOsin und Zaditen. Für die Atmung:  Alvesco, Tilade und Singulair. Für den Magen: Ulcusan. Für die Augen: Acular.
Für den Schlaf: Dominal nachdem Surmontil auch scheitert. Gegen Schmerzen: Brufen. Für die Haut: Balneum Hermal plus, Excipial U Lipo, Diproforte, Menthol Diprosicc.

Die letzte "Ärzte-Horror-Story" (davon hab ich dutzende):

Vor zwei Wochen wurde ich wieder an der Universitätshautklinik
mit UVB bestrahlt, zur Abklärung ob ich Dominal nehmen kann
wurde ich an die Universitäts Nervenklinik überwiesen.
Bei der halbstündigen Anamnese (die junge Kollegin wollte mich sanft
darauf hinweisen dass ich vielleicht einmal zu einem Psychiater gehen
sollte) kam sie zu dem Schluss dass ich vielleicht ein Antidepressivum
bräuchte. Sie ignorierte einfach dass ich bei mehreren hochkarätigen
Psychiatern - jahrelang - und immer wieder sämtliche AD Klassen
durch hatte.
Auf meine Frage, ob ihr ein Fall bekannt wäre dass jemand mit
Histaminintoleranz keine AD vertrage antwortet sie: NEIN, kein einziger
Fall bekannt!

Konsequenz: Für die Hautprofessoren bin ich ein Fall für den Psychiater...







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jacky
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« Antworten #1 am: Januar 20, 2011, 18:45 »

  wow, da hast ja schon einiges hinter dir....

wie gehts dir heute - noch immer so schlecht??

wie schaut dein mineral und vitaminstatus aus?? wurde das auch schon mal untersucht??? Bei histaminint. sind Zink, vitamin b6 und vorallem vitamin C sehr wichtig... da sollte kein mangel bestehen....

helfen dir dir DAO? Antihistamin nimmst du auch??
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jacky
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« Antworten #2 am: Januar 20, 2011, 18:48 »

du hast deine post zwei mal reingestellt - ich hab ihn 1x gelöscht.. hier passt er besser...   


 
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federl
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« Antworten #3 am: Januar 21, 2011, 07:58 »

wow, da hast ja schon einiges hinter dir....

wie gehts dir heute - noch immer so schlecht??

wie schaut dein mineral und vitaminstatus aus?? wurde das auch schon mal untersucht??? Bei histaminint. sind Zink, vitamin b6 und vorallem vitamin C sehr wichtig... da sollte kein mangel bestehen....

helfen dir dir DAO? Antihistamin nimmst du auch??
Hallo!!
Danke für die Antwort!
Ja Daosin hilft, aber nur wenn ich was falsches esse, und das tu ich kaum noch.
Ja ich mach eine "orthokularmedizinische" Behandlung zur Substitution/Regualation von Vitaminen und Spurenelementen
Wo ich völlig planlos bin: Ich bin am "unverträglichsten" auf Serotonin!! Heisst: kann kein Antidepressivum vertragen und:
wenn ich mich zu toll freue habe ich die stärksten Symptome

Hier noch der Link zu einer sehr aufschlussreichen informativen HIT Info:
http://www.histaminintoleranz.ch/krankheit_chronischeverlaufsform.html
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federl
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« Antworten #4 am: Januar 21, 2011, 08:01 »

du hast deine post zwei mal reingestellt - ich hab ihn 1x gelöscht.. hier passt er besser...   


 
ja danke!!!

ich glaube: es gibt viele Betroffene die als "Medikamentenunverträglich" "Somatisierungsstörung" oder
schlecht behandelbare "Depression" leben müssen und keine Ahnung haben dass mit der Nahrung UND den
Medikamenten was nicht stimmt!
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tira
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« Antworten #5 am: Januar 28, 2011, 19:17 »

Wo ich völlig planlos bin: Ich bin am "unverträglichsten" auf Serotonin!! Heisst: kann kein Antidepressivum vertragen und:
wenn ich mich zu toll freue habe ich die stärksten Symptome

Ich vermute, dass dies auch eines meiner Hauptprobleme ist - ein chronischer Verlauf bzw. eine gemischte Form von DAO und HNMT - und sich die Reaktionen in den fast 50 Jahren ständig kummuliert haben, da immer nur Symptome behandelt wurden und nie die Ursachen. Der Einfachheit wegen wurde bei mir, seit meiner Infektion, immer alles auf die Hepatitis C geschoben. Wenn ich in der Hepatologie der Uniklinik nachhakte und fragte, wieviele Patienten/innen eine ähnliche Symptomatik und Reaktion (z.B. spontane Gelenkentzündungen bei negativem Kryoglobulintest, geschwollene Finger ohne klassische Ödeme) zeigen/zeigten, dann erhielt ich die Antwort: "Mir fällt dazu gerade kein Fall ein." Die medizinische Erkenntnis, dass eine Hepatitis C das Zentralnervensystem angreifen und dadurch u.a. auch Depressionen verursachen kann, machte es den Hepatologen noch einfacher, meinen Gemütszustand als HCV-Symptom abzuhaken. In den letzten Jahren bin ich mehrmals in Kliniken und Arztpraxen in Weinen ausgebrochen, weil ich die Inkompetenz und Unterstellungen der Mediziner einfach nicht mehr ertragen habe. Darunter Arztaussagen wie "Sie haben sich Ihre Symptome wohl im Internet angelesen, Sie leiden lediglich an einer Frühjahresmüdigkeit." oder "Mit Ihrer Intelligenz sind Sie mindestens zu 50% arbeitsfähig", obwohl ich kaum meinen Haushalt auf die Reihe kriege, Schlafprobleme, Schmerzprobleme usw. habe. Danach verfalle ich oft in eine Depression (apathisch) und es fehlt mir für Monate die Kraft um weiterzugehen.
Gegen meine Schmerzzustände nehme ich seit 9 Jahren Tramal/Tramadol ein, das die Schmerzwahrnehmung u.a. durch Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und die Verstärkung der Serotonin-Freisetzung dämpft. Tramal hat folglich auch eine AD-Wirkung, man ist blitzschnell abhängig und von einem Entzug ohne ärztliche Überwachung wird abgeraten. Meine Allergologin hat wohl deshalb, trotz dem HIT-Befund, davon abgeraten, die Tramal abzusetzen. Meine HIT-Symptome - vorallem die "Panik" erzeugenden wie Herzrasen, Blutdruckveränderungen - traten aber letzten Monat jeweils dann ein, wenn die Tramal voll zu wirken begannen. Ich schlucke darum nun jeweils gleichzeitig eine 2,5 mg Aerius und habe die Tramal-Dosis von 200 mg auf 100 mg täglich gedrückt. Seitdem sind die erwähnten Symptome fast weg, selbst wenn ich etwa 1x die Woche dann doch 200 mg Tramal schlucke. Seit meiner Tramal-Einnahme, sprich gesteigerten Serotonin-Freisetzung, schwitze ich auch mehr (vorher fast gar nicht), meine Nase ist total zu oder läuft, wenn ich aus dem Bett aufstehe und ich kann im Gegensatz zu früher nur noch in völliger Dunkelheit einschlafen (lege mir ein dünnes Baumwolltuch über die Augen). Leider dämpfen Ibuprofen nur einen Teil meiner Schmerzen und ich versuche darum einen sehr langsamen Tramal-Entzug bei gleichzeitiger "Selbstbehandlung" der Histamin bedingten Probleme. Für mich ist der Zusammenhang Serotonin-Freisetzung - Histamin-Freisetzung gegeben.

@federl - Wie bist du bei der Substitution/Regulation von Vitaminen und Spurenelementen vorgegangen bzw. welche Werte hast du abgeklären lassen oder wie hast du die Dosis anders festgelegt?
Ich habe gesehen, dass du im Forum http://www.symptome.ch/vbboard/histamin-intoleranz/ aktiv bist und ich finde einige der dort gemachten Überlegungen zur chronischen Verlaufsform und Histaminfreisetzung sehr interessant. Vorallem deiner These, dass gerade bei der chronischen Verlaufsform die Histaminaufnahme durch Nahrungsmittel nicht der wesentliche Punkt ist, kann ich einiges abgewinnen. Äussere Einflüsse und lokale Reizungen sowie natürlich durch die Psyche verursachte biochemische Abläufe im Körper sind vermutlich Teile des "Histamin-Puzzles". Das macht das Leben zu einem "Balanceakt im Teufelskreis". Dem Körper einerseits Vitamine und Spurenelemente usw. zuzuführen, um ihn zu stabilisieren und ihm gleichzeitig alle vermeidbaren Belastungen zu ersparen, scheint mir dabei am vernünftigsten zu sein - wie gut es für mich umsetzbar ist, kann ich noch nicht beurteilen.
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